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Firmly rooted in the Bergisch region

The Wuppertal-based Berger Gruppe is successful worldwide.

Picture: Andreas Fischer

WZ, July 2021, Eike Birkmeier

The Wuppertal-based Berger Gruppe is successful worldwide.

Wer in Uruguay oder an einem anderen fernen Ort auf der Welt Messer herstellen möchte, wird in der Regel an ihr nicht vorbeikommen. Die Wuppertaler Berger Gruppe mit Sitz an der Kohlfurth fertigt hochmoderne, robotergestützte Schleif- und Poliermaschinen für die Bearbeitung von Schneidwaren und Handwerkzeugen. Seit Jahrzehnten ist das Familienunternehmen damit international erfolgreich. Außerdem setzt Berger Maßstäbe im Bereich von Roboteranwendungen. Damit ist die fest im Bergischen Land verwurzelte Gruppe ein klassischer „Hidden Champion“, der vielleicht dem fachfremden Normalbürger nicht unbedingt etwas sagt, aber in der Branche weltweit eine Spitzenposition einnimmt.

„Wir sind bei vielen Anwendungen der einzige Anbieter“, erläutert Dr. Andreas Groß, zusammen mit Marco Chiesura Geschäftsführer bei Berger und seit einem Vierteljahrhundert im Unternehmen. Mit ihren sechs Marken steht die Gruppe für höchste Qualität, wenn es um die Bearbeitung und Veredelung von Metallbändern und Werkstücken geht. Dabei werden Haushalts- und Maschinenmesser, Schneidwaren, chirurgische Instrumente, Werkzeuge sowie Guss- und Schmiedeteile bearbeitet. Schwerpunkte der Produktpalette sind CNC- gesteuerte Bearbeitungsmaschinen und Roboterzellen.

Ausgezeichnet für Innovation

Insgesamt wurden in den vergangenen 20 Jahren mehr als 800 Roboteranwendungen realisiert. 2018 erhielt das Unternehmen den Robotics Award für die innovativste robotergestütze Lösung im Bereich der industriellen Automatisierung und setzte sich europaweit gegen 400 Mitbewerber durch. „Gerade in diesem Bereich steckt sehr viel Entwicklungsaufwand“, sagt Marco Chiesura.

Anschaulich wird das bei einer Messerschärfmaschine, die unter anderem den Krümmungsgrad und die Dicke der zu bearbeitenden Klingen erfassen muss. Das erfolgt unter anderem über einen 3D-Scan. „Unser Ziel ist eine gleichbleibende Qualität“, erklärt Andreas Groß. Noch aufwendiger ist eine Anwendung zum Polieren von Töpfen, bei der auf einem handballfeldgroßem Areal 33 Roboter parallel arbeiten und alle 8,5 Sekunden ein fertiges Produkt erzeugen. „In diesem Fall hatte wir eine Entwicklungszeit von sieben Monaten“, berichtet Marco Chiesura. Die Königsklasse sei das Schleifen von Zangen, da diese sehr individuell geschmiedet sind. Auch hier kommt ein 3DMesssystem mit zwei Kameras zum Einsatz.

Angesichts der zahlreichen Innovationen bei Berger spielt die Qualifizierung der 160 Mitarbeiter eine entscheidende Rolle. Besonders wichtig ist dem Unternehmen die Nachwuchsförderung. Für Andreas Groß, der auch als Dozent für Sondermaschinenbau an der Bergischen Universität lehrt, bleibt das eine Herzensangelegenheit. „Wir haben 20 bis 30 Praktikanten im Jahr, woraus sich viele Ausbildungsverhältnisse ergeben“, berichtet er. Das Unternehmen ist auch im regelmäßigen Austausch mit der Junior Uni. Berger möchte zudem den weiblichen Anteil der Beschäftigten erhöhen und bietet dafür eigene Praktika an. „Es gibt sehr viele technisch begabte junge Frauen in unserer Region, die wir für die Ingenieurswissenschaften begeistern möchten“, betont Andreas Groß.

Positiver Blick in die Zukunft

Die Pandemie hat Berger gut überstanden. „Wir hatten coronabedingt im vergangenen Jahr einen Auftragsrückgang von 25 Prozent, der durch einen komfortablen Auftragsbestand aus der Zeit vor Corona aufgefangen werden konnte“, erläutert Marco Chiesura. 2021 haben sich die Auftragsbücher dann wieder gut gefüllt. „Die Situation ist sehr erfreulich und wir blicken optimistisch in die Zukunft“, betont der Geschäftsführer.