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3. Maschinenmesser-Symposium in Wuppertal

    

Schleifen + Polieren (März/April 2019)

Am 27.03.2019 lud der Fachverband Werkzeugindustrie e.V. (FWI) zu einem Symposium über die Herstellung von Maschinenmessern ein. Zum dritten Mal in Folge war die Berger Gruppe in Wuppertal Gastgeber dieser Veranstaltung.

Die Qualität von Maschinenmessern hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab. Je nach Einsatz variieren die Anforderungen an Toleranzgenauigkeit und Beschaffenheit des Werkstücks. Dennoch stellen zunehmend komplexere Geometrien der Werkstücke, sowie neue Materialien und Materialkombinationen die Unternehmen vor neue Herausforderungen.

Zu diesen und weiteren Themenfeldern vermittelte das Maschinenmesser-Symposium am 27. März Grundlagen und Expertenwissen. In 12 Vorträgen wurde über Fragen rund um die Herstellung von Maschinenmessern referiert – von den Grundlagen der Metallkunde karbidreicher Stähle über die virtuelle Inbetriebnahme von Roboterzellen mit RobotStudio bis hin zur additiven Fertigung.

Die Veranstaltung war mit 80 Teilnehmern ausgebucht. Die Besucher wurden durch Thomas Holland-Letz vom Fachverband Werkzeugindustrie e.V. (FWI) sowie den Geschäftsführern der gastgebenden Firma Dr. Andreas Groß und Marco Chiesura in einem Unternehmen begrüßt, das 1957 gegründet wurde und heute 150 Mitarbeiter beschäftigt.

Ein Höhepunkt des Symposiums, das von Wolfgang Groß (Berger Gruppe) moderiert wurde, war die Live-Vorführung verschiedener CNC- und Roboter-gesteuerter Schleifmaschinen der Berger Gruppe.

Mit dem Vortrag über die Grundlagen der Metallkunde karbidreicher Stähle machte Dr. Michael Blüm (Bergische Universität Wuppertal) den Einstieg in das Thema Rohmaterial, das mit dem anschließenden Vortrag über Sägen- und Messerstähle von Guido Kochheim (SSC Sägenstahlcenter GmbH) weiter vertieft wurde.

Mit dem Schwerpunkt Lebensmittelverträglichkeit von Messerstählen wurde in den Vorträgen von Dr. Mark Mistry (Nickel Institute) und Samuel Zind (Forschungsgemeinschaft Werkzeuge und Werkstoffe) eine Problemstellung behandelt, die in der Branche von großer Aktualität ist.

Mit Günther Ellensohn (WBI Wissensmanagement Meusburger Guntram GmbH) konnten die Organisatoren eine Fachkompetenz auf dem Gebiet des Wissensmanagements gewinnen.

Bei der Herstellung von Maschinenmessern wird dem Erzielen unterschiedlicher Geometrien am Werkstück eine zentrale Bedeutung beigemessen.

In seinem Vortrag „CNC-Schleifmaschinen, Zuführtechnik und Robotik für die Fertigung von Maschinenmessern“ stellte Dr. Andreas Groß (Berger Gruppe) verschiedene Schleifverfahren zur Bearbeitung von Kontur und Oberfläche von Maschinenmessern vor.

Die Vielfalt der Werkstückgeometrien – vom Rundmesser bis hin zum vielkantigen Maschinenmesser – erfordert verschiedene Schleifverfahren. Je nach Anforderung wird an dem Werkstück ein Planschliff, ein Flächen- und Fasenschliff oder ein Verzahnungs- bzw. Wellenschliff erzielt.

Bei der Verzahnung von Rundmessern zum Beispiel kommen je nach Durchmesser des Werkstücks unterschiedliche Peripherie-Schleifmaschinen zum Einsatz, die mit taktilem Messsystem zur Steinverschleißkompensation und einer automatischen Durchmesservermessung ausgestattet sein können. Um einen Verzahnungsschliff an Langmessern zu erzielen, werden Schleifverfahren wie orthogonales Tiefschleifen oder Einstechschleifen mit einer Schnittgeschwindigkeit von bis zu 50 m/s eingesetzt. Wird in die Schleifmaschine eine zusätzliche CNC-Drehachse integriert, kann ein Hinterschliff an der Verzahnung erzielt werden.

Mit Vorträgen über Fahrerlose Transportsysteme von Herrn Daniel Geider (SEW-EURODRIVE GmbH & Co. KG), über KSS-Reinigung mit Permanentmagnetsystemen von Herrn Armin Bär (Bär + Co. Anlagentechnik GmbH) sowie über die Vorteile von Osmosewasser für Kühlmittelschmierstoffe von Herrn Erich Greifenstein (Greifenstein Wasserveredelung) startete der zweite Teil der Veranstaltung.

Die Vorträge über Virtuelle Inbetriebnahme von Roboterzellen mit RobotStudio von Dr. Thomas Reisinger (ABB Automation GmbH) sowie über Additive Fertigung von Herrn Stefan de Groot (PROTIQ GmbH) rundeten das Programm ab.

Die Organisatoren des Symposiums freuten sich über eine durchweg positive Resonanz. Die Teilnehmer äußerten sich anerkennend über den Gehalt und die Vielfältigkeit der Vorträge und lobten die Möglichkeit des Networking.

Ein weiteres Symposium zum Thema Maschinenmesser ist in Planung.