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Vom Familienbetrieb zum Marktführer

  

Schleifen + Polieren Ausgabe 3

Seit nunmehr 60 Jahren konzipiert und baut Heinz Berger Maschinenfabrik GmbH & Co. KG Maschinen zum Schleifen und Polieren von Werkstücken. In den letzten Jahrzehnten ist das Unternehmen vom Familienbetrieb zu einer mittelständischen Firmengruppe herangewachsen, die in mehreren Marktsegmenten marktführend ist.

Die Gründerjahre

Als Heinz Berger zusammen mit seinem Sohn Karlheinz im Jahre 1957 die Heinz Berger Maschinenfabrik GmbH & Co. KG zur Herstellung von Schleifmaschinen für Schneidwaren und Handwerkzeuge gründete, konnte keiner ahnen, dass sich aus dem Familienbetrieb mit ursprünglich 50 Mitarbeitern eine Firmengruppe entwickeln würde, die in über 70 Länder weltweit exportiert.

Die rasante Nachfrage nach Berger-Schleifmaschinen in den 60er Jahren erforderte schon bald größere Kapazitäten, so dass die Maschinenfabrik vom Stammsitz in Berghausen auf das neue Betriebsgelände an der Kohlfurther Brücke in Wuppertal zog. Nun waren die Voraussetzungen gegeben, durch intensive Neuentwicklungen die Modellpalette zu erweitern und weltweit zu vertreiben.

 

Entwicklung und Innovationen

Um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden, entwickelte Karlheinz Berger, der nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1970 die Firma übernommen hatte, in den Folgejahren neue Maschinenkonzepte mit mechanischer und hydraulischer Antriebstechnik. Ein immer größerer Anteil an Maschinen wurde mit einer automatischen Werkstückzuführung ausgerüstet.

Anfang der 90er Jahre wurde mit den Töchtern Claudia und Heike sowie den Schwiegersöhnen
Dr. Andreas Groß und Marco Chiesura die nächste Generation in die Heinz Berger Maschinenfabrik eingebunden. Die Neuentwicklung von Maschinen auf Basis von CNC-Antriebstechnologie rückte ab diesem Zeitpunkt immer mehr in den Vordergrund und führte zu einer Bandbreite von mittlerweile mehr als 40 Modellen mit bis zu sechs Servoachsen. Die Integration innovativer Technologien wie Roboterautomation und moderne Messtechnik wurden weiterhin konsequent vorangetrieben. Zunächst angewandt bei der automatischen Werkstückzuführung der Schleif- und Poliermaschinen wurden Roboter nun auch zum Schleifen und Polieren von Werkstücken verwendet.

In der Antriebstechnik der Maschinen wurden zunehmend Servomotoren durch moderne Linearmotoren ersetzt. Hierdurch wurden eine höhere Verfügbarkeit, Wartungsfreiheit sowie eine schnellere Vorschubgeschwindigkeit erreicht.

 

Die Berger Gruppe

Im Laufe der letzten Jahrzehnte stellte sich das Unternehmen den steigenden Anfragen aus den USA und gründete im Jahre 2003 in Plymouth (USA) eine eigene Firma, Berger L.L.C., wodurch gezielt Service und Vertrieb in Übersee ausgebaut werden konnte.

Zeitgleich stieg die Anfrage an Maschinen aus benachbarten Industrien. Um auch diese Marktsegmente bedienen zu können und die Produktpalette breiter aufzustellen, akquirierte Heinz Berger Maschinenfabrik in den letzten 15 Jahren kontinuierlich komplementäre Firmen und führte sie in der Berger Gruppe zusammen.

Im Jahre 2004 kaufte das Unternehmen die auf Poliermaschinen spezialisierte Firma Hauschild Schleif- und Poliermaschinenbau GmbH, die seit ihrer Gründung 1952 eines der führenden Unternehmen für die Herstellung von Maschinen zur mechanischen Oberflächenveredlung mit elastischen Werkzeugen war.

Im gleichen Jahr wurde die Firmengruppe um die Solinger Firma August Nell jr. GmbH erweitert. Nell war seit seiner Gründung im Jahr 1922 Spezialist für Bandstahl-Schleifmaschinen zur Herstellung von Klingen aller Art. Mit diesem Schritt eröffnete sich die Berger Gruppe den Markt für Bandstahlbearbeitung.

Drei Jahre später wurde die Berger Gruppe mit dem Kauf der Firma Julius Maschinenbau GmbH auf vier Firmen erweitert. Das seit 1964 auf Bandanlagen spezialisierte Unternehmen erweiterte die Produktpalette der Gruppe um Maschinen zur spanabhebenden Bearbeitung von Bandkanten und Bandoberflächen.

Weitere drei Jahre später kam die Firma Werner Peters GmbH & Co. KG hinzu und komplettierte somit die Produktpalette im Bereich der Bandstahl-Schleifmaschinen. Die Firmengruppe akquirierte mit diesem Schritt gleichzeitig das Knowhow der auf Schleifmaschinen für Rasierklingen und technische Klingen spezialisierten Firma Otto Manderbach, die 30 Jahre zuvor von Werner Peters übernommen worden war.

Im Jahr 2011 wurde mit dem Kauf der Firma L-P Servicetechnik Osygus GmbH, ehemals Laschet + Partner Werkzeugtechnik GmbH, die Ausweitung der Berger Gruppe abgeschlossen. Mit der hinzu gewonnenen Firma ergänzte die Gruppe ihre Produktpalette um Profilier- und Wälzschlagzentren.

 

Expansionskurs

Das Anwachsen der Mitarbeiterzahl von 60 auf 140 sowie die Vergrößerung der Produktpalette bewirkten eine Firmenerweiterung am Standort Wuppertal.

Von 2010 bis 2016 wurden in drei Bauabschnitten ein neues Verwaltungsgebäude sowie zwei Fertigungshallen gebaut, so dass heute auf einer Produktionsfläche von 9000 m² gefertigt werden kann.

Seit 60 Jahren arbeitet das Unternehmen nun schon mit einem Stamm hochqualifizierter Mitarbeiter – die Hälfte davon Techniker und Ingenieure – die mit ständigen Weiter- und Neuentwicklungen innovative Lösungen finden, wobei die Realisierung anwenderspezifischer Bearbeitungsaufgaben einen besonderen Stellenwert hat. Vom Rasiermesser bis zum Skalpell, von der Pinzette bis zum Gartengerät werden inzwischen modernste Werkstücke auf Spezialmaschinen gefertigt, geschliffen und poliert.

Die marktführende Firmengruppe hat Vertretungen im europäischen, amerikanischen und asiatischen Raum. So sind die Weichen für die weltweite Präsenz geschaffen, die dazu führte, dass mittlerweile 75 % der gefertigten Maschinen weltweit exportiert werden.